Kreissparkasse Köln: Saftige Gebühren für SEPA-Überweisungen aus der (und in die) Schweiz?

oder: Wie auch Ebay durch schlechte Information und fragwürdige Bestimmungen fördert, dass Verkäufer ungewollt an Käufer aus der Schweiz verkaufen

Der nachfolgende Artikel ist mal wieder viel zu lang für den Durchschnittsleser, aber wenn man’s ausführlich und detailliert schildern will…

Als ich kürzlich ungewollter Weise über Ebay etwas an eine Käuferin aus der Schweiz verkaufte, die mich, wie ich finde, wenn dies auch ein anderes Thema ist, arglistig täuschte, indem sie sich die Ware an eine Postadresse direkt hinter der Grenze in Deutschland liefern ließ, denn ich gebe in meinen Ebay-Angeboten an, dass ich nur nach Deutschland liefere (was für mich implizierte, dass ich auch nur an in Deutschland ansässige Käufer liefere!), musste ich dann Wochen später (!) feststellen, dass mir erst mit der Quartalsabrechnung (!) für die Gutschrift des Zahlbetrages auf meinem Konto saftige 5,- Euro Gebühren berechnet wurden! Dass der Zahlbetrag für den über Ebay verkauften Artikel sich netto nach Abzug der Ebay-Gebühren auf nur 4,35 € belief, und ich also für die Arbeit des Einstellens des Artikels, für das Verpacken und zur Post bringen, auch noch 65 Cent drauf zahlen durfte, ist zwar in dem Fall besonders unglücklich, aber es geht darum, dass 5 Euro Gebühren, über deren Berechtigung man durchaus streiten darf, erstens in meinen Augen Wucher sind und zweitens eben auch vielleicht sogar gar nicht mehr anfallen dürften, wie die von mir recherchierten Quellen durchaus vermuten lassen! (Ich wollte erst schreiben, dass diese Gebühren vielleicht sogar „widerrechtlich“ sind, aber mit solchen Begriffen muß man ja vorsichtig sein, denn die Gesetzeslage bestimmt ja, was „rechtsgültig“ ist, was aber in vielen Fällen ja bekanntlich wenig damit zu tun hat, ob es auch „rechtens“ bzw. „gerecht“ ist!)

Wie wir bereits auf unserer Seite zur SEPA <http://www.iban.de/sepa.html> , der Single Euro Payments Area geschrieben haben, wurde mit Jahresbeginn 2008 der einheitliche europäische Zahlungsraum Realität. Durch ihn sind nun Überweisungen innerhalb der EU-Mitgliedsstaaten sowie von und nach Island, Liechtenstein, Norwegen und der Schweiz genauso günstig und vor allem auch schnell wie Inlandsüberweisungen.

http://www.iban.de/sepa-ueberweisung.html

Die Seite iban.de sollte es wissen müssen! Von „genauso günstig wie Inlandsüberweisungen“,die ja bekanntlich im Onlinebanking kostenfrei sind und auch am Schalter nur geringe Gebühren auslösen, kann jedenfalls mitnichten die Rede sein!

Der Begriff SEPA (Single Euro Payments Area) bezeichnet einen einheitlichen Euro- Zahlungsverkehrsraum, bei welchem keine Unterschiede mehr zwischen inländischen und grenzüberschreitenden Zahlungen gemacht werden. Der SEPA-Raum umfasst dabei derzeit alle EU-Mitgliedsstaaten sowie Island, Liechtenstein, Norwegen die Schweiz.

http://www.iban.de/sepa.html

Dass diese Vorgaben also auch für die Schweiz gelten sollten (!), steht hiermit fest!

Und wie kann es überhaupt sein, dass der Zahlungsempfänger für eine Gutschrift auf seinem Konto zur Kasse gebeten wird? Die Bank arbeitet mit dem Geld, und dafür wird der Bankkunde, der der Bank das Geld auf dem Konto zur Verfügung stellt, auch noch belastet? Wenn überhaupt müssten doch derlei Gebühren für den Überweisenden anfallen, der dann ja auch die Möglichkeit hätte zu entscheiden, ob er das Minusgeschäft tätigt oder nicht! Ich aber erfahre erst Wochen später über die Quartalsabrechnung, dass man mir 5 Euro Gebühren belastet!

Ich hätte meiner Auffassung nach zumindest unmittelbar mit der Gutschrift des Betrages auf dem Konto belastet werden müssen, denn dann hätte ich noch die Möglichkeit gehabt zu reagieren, und den Artikel an die mich arglistig täuschende Käuferin, die als Schweizer Staatsbürgerin die Problematik natürlich kennen muß und vielleicht sogar einseitig entschieden hat (?), dass ich als Empfängerin die Kosten zu tragen habe (auf meine diesbezügliche Frage ist sie nämlich auch gar nicht eingegangen!), nicht herauszugeben!

Doch dann kommen die Schweizer Besonderheiten. Mit einem Kreuzchen auf dem Überweisungsträger kann der Überweisende festlegen, wer die Kosten trägt – er oder der Empfänger oder beide. Bei einer Kostenteilung übernimmt jeder die Gebühren seiner eigenen Bank. Und beim Thema Gebühren sind Überweisungen aus der Schweiz eine unangenehme Ausnahme im europäischen SEPA-System.

Ziel der einheitlichen Verfahrensregeln ist es, grenzüberschreitende Überweisungen einfacher und billiger zu machen. Eine entsprechende EU-Preisverordnung regelt, dass SEPA-Überweisungen nicht mehr als Inlandsüberweisungen kosten dürfen.

SEPA-Überweisung Schweiz – Deutschland: Eidgenossenschaft als Sonderfall

Doch die Schweiz ist ein Sonderfall. Sie nimmt zwar am SEPA-System teil, gehört aber nicht zum Europäischen Währungsraum (EWR), der außer den EU-Ländern auch Liechtenstein, Island und Norwegen umfasst.

Die Entgegennahme von Zahlungen von außerhalb des EWR kann nach wie vor mit erheblichen Gebühren belastet werden. Die typischen Bankinformationen zum Sachverhalt lesen sich zum Beispiel so: „Die Gebühr bei Eingang einer SEPA-Überweisung aus der Schweiz oder Monaco in der Währung Euro beträgt betragsunabhängig 8,50 €. Die Belastung der genannten Gebühr erfolgt zum Monatsende.“

Und das, obwohl der Aufwand für die Bank genauso gering ist wie bei allen anderen SEPA-Überweisungen. Die Gebühren liegen in der Regel zwischen 5 € und 10 €, zum Teil aber auch darunter. Ein genauer Blick auf die Konditionen kann also Geld sparen.

http://www.gevestor.de/details/uberweisung-von-der-schweiz-nach-deutschland-transfer-mit-hurden-656897.html

Die KSK Köln sagt im Widerspruch zur vorstehenden Verlinkung, dass Überweisende nur im Falle von Auslandsüberweisungen, aber nicht für SEPA-Überweisungen festlegen müssten, wer die Gebühren zu zahlen habe, da bei SEPA-Überweisungen diese Gebühren ja nicht anfallen! Die in Rechnung gestellten Gebühren hätten mit diesen Gebühren für Nicht-SEPA-Überweisungen nichts zu tun!

Aber wenn man von der Bank (in dem Fall der KSK Köln) wissen möchte, von welcher Bank die Überweisung kommt, um den Sachverhalt bei der Schweizer Bank direkt zu prüfen, dann wird einem erst erzählt, dass könne man nicht sagen, weil „das Geld ja von der West LB bzw. jetzt von der Landesbank Hessen Thüringen käme“ (was für merkwürdige Umwege, von denen der Bankkunde auch nichts ahnt, die aber nur Nebenschauplatz sind) und überhaupt falle diese Auskunft unter den Datenschutz! Wem der Datenschutz in Wahrheit dient, wissen wir damit auch! Jedenfalls sicher nicht dem Kunden! Denn wieso, bitte schön, darf ein Bankkunde nicht erfahren, von welchem Konto aus eine Überweisung auf das eigene Konto geflossen ist?

Alles jedenfalls mehr als intransparent für den Kunden, wie so oft…

Die Antwort der Käuferin aus der Schweiz auf meine Frage, ob Sie entschieden hat, wer die Kosten für die Überweisung zu tragen hat, lautete übrigens:

Wie ich Ihnen bereits mitgeteilt habe mache ich seit Jahren sogenannte “SEPA-Zahlungen” die für den Empfänger in Deutschland kostenlos sind! Seit Jahren sind Sie komischerweise die erste der eine Gebühr für meine Überweisung in Rechnung gestellt wird!!!

Sie hätten bei Ebay “Käufer aus anderen Ländern” für eine Gebotsabgabe sperren können bzw. anstelle von Überweisungen aufs Bankkonto Paypal-Zahlungen akzeptieren können…Spätestens als die Auktion zu Ende war wurde Ihnen von Ebay mitgeteilt dass ich in der Schweiz wohne und auch da hätten Sie reagieren können wenn Sie keine “Auslandverkäufe” akzeptieren wollen…!

Ich kann nichts dafür wenn Ihnen ihre Bank Gebühren für etwas berechnet wo gar keine Gebühren für Sie oder Ihre Bank anfallen!

Wenn Sie die Gebühren Ihrer Bank nicht hinnehmen möchten dann wenden Sie sich doch bitte an Ihre Bank und erklären Sie denen dass ich “SEPA-Zahlungen” nach Deutschland mache damit neben dem zu überweisenden Betrag dem Kontoinhaber keine Gebühren entstehen!!!

Nicht nur, dass die Ausführungen dieser Schweizerin falsch sind, dass SEPA-Überweisungen grundsätzlich keine Gebühren beim Empfänger auslösen, wie mein Beispiel sowie Googeln belegt, denn es gibt viele unzufriedene Kunden, die gleich gelagerte Fälle im Internet schildern und auch obige Verlinkung zu Gevestor.de bestätigt es, sondern sie beginnt ihre Mail auch noch mit der im Nachhinein sehr berechnend erscheinenden wahrheitswidrigen Aussage, dass sie mir „bereits mitgeteilt hätte“, dass “SEPA-Zahlungen” für den Empfänger in Deutschland kostenlos seienDabei hatten wir über diese Problematik nie gesprochen, da mir ja noch nicht mal klar war, dass die Dame mit zwar französischem Namen nicht in Deutschland, sondern in der Schweiz lebte, denn in den Einzelheiten zum Kauf bei Ebay sieht man nur die Lieferanschrift! Nur in der Mail, die einem nach dem Verkauf von Ebay zugeht, steht in der Tat auch die Adresse der Käuferin! Man darf sich also fragen, warum diese nicht mehr in den wesentlichen „Einzelheiten zum Kauf“ steht, die man definitiv bei der Kaufabwicklung liest! Auf die Idee, in der lediglichen Mitteilung per Mail, dass ein Artikel verkauft wurde, die man in der Regel gar nicht liest und der man keine weitere Beachtung schenkt, nach solchen Informationen zu suchen, kommt jedenfalls niemand! Sehr wahrscheinlich stehen genau aus diesem Grund solch wichtige Informationen nur dort, aber nicht mehr in den „Einzelheiten zum Kauf“ der Kaufabwicklung, wo man nur die Lieferanschrift sieht!

Und ich hätte auch nicht bei Ebay “Käufer aus anderen Ländern” für eine Gebotsabgabe sperren können, wie diese „Dame“ ebenfalls wahrheitswidrig behauptet, denn die bei Ebay angebotene „Einschränkung des Käuferkreises“ lässt dies „sinniger Weise“ (aus Sicht von Käufern aus der Schweiz beispielsweise!) gar nicht zu!

Ich hatte zwar im Angebot Deutschland als ausschließliches Lieferland angegeben, aber dennoch konnte ja diese Käuferin trotz Wohnsitzes im Ausland bei mir kaufen, denn, und jetzt kommt’s, man kann zwar bei Ebay den Versand ins Ausland ausschließen, aber nicht den Käuferkreis auf in Deutschland bzw. bestimmte Länder ansässige Käufer beschränken! Auch das erfährt man erst, wenn man auf die Nase gefallen ist, denn auch derlei nicht gerade kundenfreundliche Bestimmungen sind nicht auf den ersten Blick offensichtlich! Man kann also bezüglich des Ortes des Käufers nur den Lieferort einschränken, nicht aber den Wohnsitz des Käufers auf bestimmte Länder beschränken:

Käufer an Orten, an die ich keine Ware verschicke.

  Käufer nicht akzeptieren, deren bevorzugte Lieferadresse ein Ort ist, an den ich keine Ware verschicke.
Durch diese Bedingung können Sie verhindern, dass Mitglieder Artikel von Ihnen kaufen, ohne darauf zu achten, dass Sie Ihre Artikel nicht in das jeweilige Land verschicken.

http://offer.ebay.de/ws/eBayISAPI.dll?BuyerBlockPreferences

Die Formulierung ist schon bewusst kompliziert gewählt, dass dem Verbraucher auf den ersten Blick sehr wahrscheinlich gar nicht auffällt, dass hier mitnichten Käufer aus dem Ausland ausgeschlossen werden!

Und dann schreibt Ebay auch noch frech:

Durch diese Bedingung können Sie verhindern, dass Mitglieder Artikel von Ihnen kaufen, ohne darauf zu achten, dass Sie Ihre Artikel nicht in das jeweilige Land verschicken.

Ich verschicke zwar nicht in die Schweiz, um unangenehme Überraschungen wie diese Gebührengeschichte zu erleben, aber das kann man ja gekonnt umgehen, wie die gewiefte Käuferin aus der Schweiz erkannt hat! Aber die Geschäftsgebaren von Ebay sind ein anderes Thema, wie Sie auch schon hier lesen konnten: Ebay: “Verkaufs”gebühren auf Versandkosten? Geht’s noch?

Es ärgert jedenfalls dann noch mehr, dass nicht nur die Bank sondern auch die Ebay-Kundin in einem sehr zweifelhaften Licht erscheint!

Auch wenn im Fall von SEPA-Überweisungen die Problematik nicht anfallen sollte, dass der Überweisende einseitig entscheidet, wer welche Kosten zu tragen hat, fällt dennoch die Problematik an, dass die KSK Köln für Gutschriften aus ausgerechnet den Steuerparadiesen  Schweiz und Monaco 5,- € Gebühren in Rechnung stellt (und für Überweisungen in die Schweiz oder nach Monaco sogar noch saftigere 13,- € (!):

Beleghafte und beleglose SEPA-Überweisungen in die Schweiz/nach Monaco und aus der Schweiz/aus Monaco

Kostenart Preis
Abwicklungsprovision Zahlungsausgang bis 50.000,00 EURpauschal 13,00 EURab 50.000,01 EURpauschal 75,00 EUR
Abwicklungsprovision Zahlungseingang bis 50.000,00 EURpauschal 5,00 EURab 50.000,01 EURpauschal 50,00 EUR
Zusatzkosten Korrespondenz(z. B. Nachfragen, Rückrufe, Rückgaben) mind. 30,00 EUR

https://www.ksk-koeln.de/produkte/girokonten/internationaler-zahlungsverkehr/konditionen-preise-internationaler-zahlungsverkehr.aspx

Die Prüfung der “Preis und Leistungsmerkmale” der KSK Köln hat ergeben, dass diese einerseits bei Überweisungsgutschriften bei “Überweisungen in Fremdwährung bis 4.999,99 EUR 5,00 EUR” in Rechnung stellt, aber völlig unverständlicher Weise den gleichen Betrag berechnet, wenn es sich um eine SEPA-Überweisung in Euro handelt, die extra eingeführt wurde, um den Zahlungsverkehr zu erleichtern und auch unverhältnismäßige Gebühren für den Kunden zu vermeiden (!):

Punkt 2.1.2 Entgelte bei Überweisungsgutschriften 

Bei einem Überweisungseingang werden von der Sparkasse folgende Entgelte berechnet

Überweisung in Fremdwährung – bis 4.999,99 EUR 5,00 EUR2.2.2.2 Höhe der Entgelte Bei einer Entgeltweisung „0“ oder „2“ werden von der Sparkasse folgende Entgelte berechnet:Absenderland/Währung Entgelte in EUR Schweiz und Monaco in EUR mit IBAN/BIC (SEPA-Überweisung) – bis 49.999,99 EUR 5,00 EUR

https://www.ksk-koeln.de/preise-und-leistungsmerkmale-bei-der-kontofuehrung-und-erbringung-von-zahlungsdiensten-sowie-beim-scheckverkehr-mit-privatkunden-und-geschaeftskunden.pdfx

Daran erkennt man eindeutig, dass die KSK Köln hier versucht, Gebühren in unverhältnismäßiger Höhe einzustreichen, die aufgrund der rechtlichen Rahmenbedingungen gar nicht mehr anfallen dürften! Der “Zahlungsverkehr” hat sich zwar “vereinfacht”, man überweist in der europäischen Einheitswährung Euro, aber hohe Gebühren berechnet man trotzdem? Wie ich bereits zitierte, sollen durch SEPA nun Überweisungen auch von und nach … der Schweiz genauso günstig und vor allem auch schnell wie Inlandsüberweisungen sein (Quelle s.o.)! Ganz unabhängig von dieser bereits eindeutig dargelegten Rechtslage sowie von der Tatsache, dass die KSK Köln unsinniger Weise für Überweisungsgutschriften in Fremdwährung oder in Euro per SEPA-Überweisung die gleichen hohen Gebühren verlangt, die deren Preiskonditionen ad absurdum führen, wird kein Mitarbeiter selbst in irgend einer Form durch Einsatz von Arbeitskraft tätig wird! Derlei Überweisungen erfolgen maschinell und vollautomatisch und erzeugen nicht die geringsten Zusatzkosten (!):

Wesentlich ist, dass diese Möglichkeiten vollautomatisch (Straight Through Processing <https://de.wikipedia.org/wiki/Straight_Through_Processing> ), d. h. ohne manuelle Eingriffe abgewickelt werden können. Seit dem 1. Februar 2014 gilt, wenn Absender und Empfänger Konten bei deutschen Banken haben, ist die Angabe von BIC und Bankname nicht erforderlich.[14] <https://de.wikipedia.org/wiki/SEPA#cite_note-sepa-verbraucher-14> 

https://de.wikipedia.org/wiki/SEPA

Es entstehen also in der Tat keine zusätzlichen Kosten, die diese hohen Gebühren rechtfertigen würden!

Wenn das nicht die Vermutung nahe legt, dass es sich hier um eine reine Abzocke auf Kosten des Bankkunden handelt könnte…

Die KSK Köln beruft sich natürlich auf ihre “Preis- und Leistungsmerkmale” , die der Bankkunde natürlich mit seiner Kontoeröffnung „akzeptiert“, obwohl er diese natürlich niemals in gänzlichem Umfang bewusst erfasst, aber erstens rechnete ich ja gar nicht mit einer Gutschrift aus der Schweiz, noch muß ich von derlei dem vereinfachenden SEPA-Verfahren entgegenstehenden Konditionen ausgehen! Auch ist völlig inakzeptabel, dass man über derlei in Kosten gestellte Beträge erst Wochen oder sogar Monate später über den Rechnungsabschluß erfährt, wie im vorliegenden Fall! Alles in allem in meinen Augen völlig unlautere Geschäftsgebaren, wie meine vorstehenden Ausführungen unmissverständlich belegen!

Gleichlautend beschwerte ich mich bei der für mich zuständigen Sachbearbeiterin bei der KSK Köln, die meine Beschwerde „an ihren Fachbereich zur Prüfung“ weiterleitete, wie sie mir schriftlich per Mail mitteilte. Die spätere Antwort aus der „Fachabteilung“:

Sehr geehrte Frau van den Berg,

bezüglich Ihrer Anfrage teilen wir Ihnen folgendes mit :

Zahlungen im SEPA-Format werden grundsätzlich analog einer Inlandszahlung bepreist. Die Grundlage dafür bildet die EU-Preisverordnung ( s. Artikel 3, Absatz 1-3 ) vom 19.12.2001 und gilt innerhalb der Europäischen Union. SEPA ist nur ein technisches Format, um Zahlungen mit IBAN und BIC in EUR innerhalb Europas schnell abzuwickeln. Jedoch ist die Schweiz weder Mitglied der Europäischen Union ( EU ) noch des  Europäischen Wirtschaftsraum ( EWR ). Die EU-Preisverordnung wurde ebenfalls nicht unterzeichnet. Somit sind wir als Bank berechtigt, Zahlungsausgänge bzw. Zahlungseingänge aus der Schweiz entsprechend zu bepreisen. Ich habe Ihnen die EU-Preisverordnung sowie einen Auszug aus dem Preis -u. Leistungsverzeichnis der Kreissparkasse Köln als PDF angehängt. Das Sie über die Gebühren für den Zahlungseingang aus der Schweiz erst beim Rechnungsabschluss informiert wurden hängt damit zusammen,das SEPA – Eingänge netto gutgeschrieben werden müssen. Gebühren müssen separat berechnet werden. Für Rückfragen stehen wir Ihnen gerne zur Verfügung. Mit freundlichen Grüssen

Erstaunlicher Weise fehlte bei dieser Antwort der elektronische Name der für den Inhalt verantwortlichen Person und auch die Absenderin der Mail, die für mich zuständige Sachbearbeiterin und meine Ansprechpartnerin, hat, entgegen ihrer Gewohnheit, Ihren Namen nach dem Gruß „vergessen“! Die erste nichtssagende Mail mit der Mitteilung, dass man meine Beschwerde „an ihren Fachbereich zur Prüfung“ weitergeleitet habe, hatte sie aber sehr wohl mit ihrem Namen beendet!

Will hier etwa keiner die Verantwortung für den Inhalt übernehmen (?), deren rechtliche Verbindlichkeit man eh ausschließt, wie man im Standard-Anhang der Mail ebenfalls lesen kann:

Diese Nachricht ist vertraulich. Sie ist ausschließlich für den im Adressfeld ausgewiesenen Adressaten bestimmt. Sollten Sie nicht der vorgesehene Empfänger sein, so bitten wir um eine kurze Nachricht. Jede unbefugte Weiterleitung oder Fertigung einer Kopie ist unzulässig. Da wir nicht die Echtheit oder Vollständigkeit der in dieser Nachricht enthaltenen Informationen garantieren können, schließen wir die rechtliche Verbindlichkeit der vorstehenden Erklärungen und Äußerungen aus. Wir verweisen in diesem Zusammenhang auch auf die für die Sparkasse geltenden Regelungen über die Verbindlichkeit von Willenserklärungen mit verpflichtendem Inhalt, die in den sparkassenüblichen Unterschriftenverzeichnissen bekannt gemacht werden.

Was das wohl für die Sparkasse geltende Regelungen über die Verbindlichkeit von Willenserklärungen mit verpflichtendem Inhalt sind? An solchen Formulierungen merkt man doch schon, dass hier Einiges im Argen liegt! Aber wenn man die Rolle der Banken und des verzinsten Geldsystems verstanden hat, das die Wurzel allen Übels in der Welt ist, dann wundert man sich über solche Formulierungen nicht mehr im Geringsten!

Und wenn ich in der Antwort der KSK Köln schon lese: “Die EU-Preisverordnung wurde ebenfalls nicht unterzeichnet. Somit sind wir als Bank berechtigt…”

dann klingt das gewaltig danach, dass man sich hier ein Schlupfloch gesucht hat, um nach wie vor Gebühren zu berechnen, die gar nicht mehr anfallen dürften!

Und ob die EU-Preisverordnung tatsächlich nicht unterzeichnet wurde und ob das überhaupt eine Rechtfertigung darstellt oder darstellen würde, bleibt die Frage! Da ich nirgends einen Hinweis darauf, dass die EU-Preisverordnung nicht unterzeichnet wurde, finden konnte, forderte ich die KSK Köln ebenfalls auf, dies auch zu belegen! Aber darauf erhielt ich bezeichnender Weise keine Antwort, genauso wie die Bank auf keine der von mir zitierten Quellen auch nur im Ansatz einging!

Aber ich bin ja hartnäckig und forderte daraufhin die Antwort per Mail, für deren Inhalt offensichtlich keiner die Verantwortung übernehmen will, schriftlich per Post unterschrieben von der Verantwortlichen Person aus der „Fachabteilung“ ein!

Ich erhielt dann auch den oben zitierten Mailinhalt per Post, aber mitnichten unterschrieben von der verantwortlichen Person aus der „Fachabteilung“, an welche meine Ansprechpartnerin und Sachbearbeiterin meine Beschwerde ja weiter geleitet hatte, sondern unterschrieben von ihr selbst! Es sieht also ganz danach aus, dass man hier mal wieder die kleine Sachbearbeiterin vorgeschickt hat, weil die Verantwortlichen im Hintergrund die Verantwortung für den Inhalt nicht übernehmen wollten!

Genau diesen meinen Eindruck teilte ich dann auch „meiner Sachbearbeiterin“ mit!

Die nichtssagende Antwort per Post, nachdem man mir zuvor ein „persönliches Gespräch“ angeboten hatte, auf dass ich verzichtete, denn Worte sind bekanntlich Schall und Rauch, die ich knapp eine Woche später erhielt: Man halte an seiner Auffassung fest und betrachte die Angelegenheit hiermit als erledigt!

Das Porto für diese Antwort hätte sich die KSK Köln jedenfalls sparen können, denn das man an seiner Auffassung festhält, wusste ich ja bereits! Oder wollte  man mir zeigen, dass auch Vorgesetze, in dem Fall neben meiner Sachbearbeiterin die „Regionaldirektorin“ persönlich, unterschreiben, wenn im vorliegenden Zusammenhang auch nur dieses unverfängliche Schreiben?

Und selbst wenn die „rechtlichen“ Rahmenbedingungen, also die Gesetzeslage und ihre für den Verbraucher oftmals undurchschaubaren Interpretationen, die ja oftmals nicht unbedingt „gerecht“ sind, wie die Erfahrung immer wieder zeigt, diese Vorgehensweise zulassen, bleibt es dabei, dass dies definitiv nicht im Sinne des vereinfachten Zahlungsverkehrs und der beabsichtigten Angleichung der Kosten an die Kosten für Inlandsüberweisungen und damit verbraucherfreundlich ist!

Fakt ist, dass die KSK Köln auf keine meiner Argumente und zitierten Quellen eingegangen ist, sondern in ihrer Antwort, die die für den Inhalt verantwortliche Person aus der „Fachabteilung“ auch nicht unterschrieben hat, einfach nur auf ihrem Standpunkt beharrt, ohne diesen wirklich mit handfesten Argumenten rechtfertigen zu können!

Ich könnte natürlich gegen die KSK Köln klagen, aber wer macht das schon wegen 5 Euro und es steht eh fest, dass der Bankkunde keine Möglichkeit hat gegen Banken vorzugehen, denn selbst eine Klage würde niemals zu Gunsten eines Kunden und gegen Institutionen wie Banken, Versicherungen oder Behörden entschieden, selbst wenn der Kunde hundert Mal im Recht ist! (Deshalb unterschreiben Richter ja ihre Urteile, die auch noch frech “im Namen des Volkes” ergeben, auch nicht…)

Weitere Quellen, die ich ebenfalls der KSK Köln zukommen ließ:

Wie teuer ist eine Auslandsüberweisung in die Schweiz zur Raiffeisenbank?

Antwort der Postbank von Petra S.

SEPA-Überweisungen in die Schweiz sind kostenlos. Für eine SEPA-Überweisung müssen folgende Voraussetzungen erfüllt sein: Die Angabe von IBAN und BIC, Auftrags- und Zielwährung in Euro, Entgelt- und Kostenregelung -Share-. (Voraussetzung IBAN und  BIC, ohne bzw. falsche IBAN und BIC = 10,-EUR) Bei einer SEPA-Überweisung erscheint zum Abschluss folgender Hinweis: “Dieser Auftrag wird als SEPA-Überweisung ausgeführt”.

https://antworten.postbank.de/frage/wie-teuer-ist-eine-auslandsueberweisung-in-die-schweiz-zur-raiffeisenb-44549.html

Ob in die oder aus der Schweiz dürfte dabei unerheblich sein…

Nachstehend noch die Zahlungsinformation der Firma Heiz24.de, die wir zufällig zeitgleich mit dieser Auseinandersetzung mit der KSK erhielten, und in der der Lieferant auf die Problematik aufmerksam macht und zur Vermeidung von Gebühren auf die SEPA-Überweisung verweist:

Von:  “Heiz24.de” <info@heiz24.de>Datum:  Fri, 08 Jan 2016 12:06:03 GMTAn:

Betreff:  Zahlungsinformationen zu Ihrer Bestellung

Zahlungsinformation ZI16-052 Herr… Rechnungs-&Leist.datum:Kontakt-ID:08.01.2016

Zahlungsinformationen zu Ihrer BestellungBezugsbeleg: Rechnung … vom 08.01.2016 Sehr geehrte(r) …,

bitte nutzen Sie folgende SEPA Bankverbindung für die Zahlung an Heiz24: IBAN: DE78221814000140010100     BIC: DRESDEFF206 (nur aus dem Ausland nötig)Betrag: … EURVerwendungszweck/Rechnungsnummer: … Wir warten nun auf Ihre Zahlung per Überweisung.Sobald die Zahlung auf unserem Konto eingeht, wird Ihre Bestellung weiterbearbeitet… Bei Zahlungen aus der Schweiz:Bitte SEPA Überweisungen in EURO nutzen, da sonst erhebliche zusätzliche Gebühren entstehen… Vielen Dank und viel Erfolg mit den/m Artikel(n) wünschtIhr Heiz24.de Team

Meine abschließende Antwort an die KSK Köln, der ich bereits ankündigte, dass ich beabsichtige, einen Artikel aus der Sache zu machen:

Sehr geehrte Frau …, sehr geehrte Frau …,

das Porto für Ihr nichtssagendes Schreiben vom 14.01.2016 hätten Sie sich sparen können! Oder wollten Sie mir zeigen, dass auch Vorgesetzte persönlich unterschreiben, wenn auch nur unverfängliche Schreiben?

Dass Sie von Ihrer Auffassung nicht abweichen, hatte ich bereits bemerkt! Dennoch sind Sie im zumindest moralischen Unrecht! Aber wen verwundert das noch, wenn man die Rolle der Banken und des verzinsten Geldsystems begriffen hat! Ich weiche jedenfalls auch nicht von meiner Auffassung ab! Aber das hatten Sie sicher auch schon bemerkt! Und von meiner Ankündigung, dieser Erfahrung einen Artikel zu widmen, weiche ich auch nicht ab!

Mit freundlichen Grüßen

Birgit van den Berg

Ein Gedanke zu „Privat: Kreissparkasse Köln: Saftige Gebühren für SEPA-Überweisungen aus der (und in die) Schweiz?“

  1. Erika Forsbach
    Genau dies ist mir auch passiert. Bei einem Verkaufspreis von 10,00 EUR wurden mir nach 3 Monaten (Quartalsabrechnung der KSK Köln) 5,00 EUR Gebühren berechnet für eine Überweisung aus der Schweiz. Der Käufer hat die Ware an eine grenznahe Adresse in Deutschland schicken lassen, und dann aus der Schweiz bezahlt. Ahnungslos bin ich in diese Falle getappt. Im Ebay-Account dieses Käufers steht Deutschland als Artikelstandort.

    Ich habe diesem Käufer jetzt geschrieben und diese Verfahrensweise bemängelt. Die Antwort darauf:

    “Ich bin nicht für die Spesenregelung Ihrer Bank verantwortlich. Bei genügend anderen Überweisungen/Banken funktioniert es bestens ohne horrende Gebühren!

    Wer wegen 5€ so ein Theater macht, muss es ja nötig haben. Eine Unverschämtheit was Sie mir unterstellen!
    Nirgendwo war ersichtlich, dass ich nicht aus der Schweiz überwiesen darf!
    Lieferung nach Deutschland: eine deutsche Adresse!
    (Ich gehe davon aus, dass Ihnen SWISS im Empfänger aufgefallen sein dürfte).
    Bei der Überweisung wähle ich selbstverständlich das SEPA-Verfahren. Erkundigen Sie sich bitte noch bei Ihrem Anwalt. Das ist ein übliches Verkäuferrisiko mit dem Sie rechnen müssen.”

    Zu dieser Antwort fällt mir dann nichts mehr ein. Die Frage, die ich mir stelle, ist Folgende:
    Wie kann ich mich wirksam davor schützen, dass dies nicht nochmal passiert ?

    Anregungen hierzu nehme ich gerne an !

  2.